2019
in collaboration: dominik bais and eric maget
steel, marble, porcelain, brick
haus der kunst, munich
architektur ist die räumliche verkörperung des sozialen, die dem menschen einen spielraum einräumt und dessen aktionen vorstrukturieren, gesellschaftliche machtansprüche repräsentieren und welt- und selbsthaltungen konstituieren. die architektonische form als medium gesellschaftlicher ideen und somit als das sichtbare und greifbare abbild gesellschaftlicher strukturen. eine symbiose, denn so wie die gesellschaftliche gegebenheit die architektonische struktur bestimmt, so werden diese wiederum von den neu geschaffenen strukturen beeinflusst.
die installation wo ist der haken? thematisiert fragen nach der repräsentation von architektur, ihrer wirkkraft auf die gesellschaft und deren wechselwirkungen zwischen ideologie und ästhetik am beispiel des haus der kunst in münchen. dafür wurden baumaterialien des nationalsozialistischen propagandabaus aus dem luftschutzbunker des museums geborgen und dem streng symmetrischen raster und der ordnung des neoklassizistischen gebäudes unterworfen.
die porzellanteller wurden an ihrer fahne mit einem bandornament dekoriert, das der deckenverglasung der mittelhalle des haus der kunst entlehnt wurde. es zeigt halbe hakenkreuze, überbleibsel einer baulichen entnazifizierungsmaßnahme nach dem zweiten weltkrieg. der teller als repräsentationsobjekt, aber zugleich als alltäglicher gebrauchsgegenstand einer der ur- und kernprozesse menschlichen zusammenlebens: dem teilen von essen.