opensource archive
since 2018
 archive of the academy of fine arts munich​​​​​​​​​​​​​​
das "opensource archive" ist eine eigenständige und aktive sammlung innerhalb des archivs der akademie der bildenden künste münchen. es handelt sich dabei um ein künstlerisches experiment, bei dem das digitale prinzip "open source" auf ein analoges archiv übertragen wurde. das bedeutet, dass dritte zugriff zum archiv bekommen, um daran kollektiv arbeiten zu können. dieses kollektive Arbeiten umfasst unteranderem das modifizieren, editieren, remixen und sampeln der in der sammlung befindlichen kunstwerke, die dem archiv von kunstschaffenden alle für forschungszwecke gestiftet wurden.
„die technische struktur des archivierenden archivs bestimmt die struktur des archivierbaren inhalts schon in seiner entstehung und in seiner beziehung zur zukunft. “
jacques derridas​​​​​​​​​​​​​​
ausgehend von jacques derridas annahme, dass die technische struktur eines archivs den zu archivierenden anhalt beeinflusst, werden im opensource archive neue möglichkeiten der speicherung von informationen durch das öffnen der speicherungsprozesse eines archivs mit ästhetischen mitteln erprobt. diese ästhetische forschung in richtung einer 'technologie des gemeinsamen‘ (david m. berry) soll neue, demokratische und nachhaltige methoden der informationsspeicherung, der kulturellen produktion sowie soziale und politische praktiken hervorbringen.
kernstück dieser ausstellung war ein schenkungsvertrag, der die übertragung der von dominik bais ausgestellten werke in das archiv der akademie regelte. im vertrag wurde die schenkung der werke an mehrere bedingungen geknüpft: zum einen an die gründung der neuen sammlung "opensource archive", dessen grundstock die geschenkten arbeiten bildeten. zum anderen an grundlegende, aber zum teil utopische bedingungen, die in mehreren paragrafen aufgelistet wurden und den vertrag zu einer art manifest des archivs machen.​​​​​​​​​​​​​​
archive sind durch ihre informationsspeichernde tätigkeit zukunftsprägende institutionen und somit gesellschaftliche essenzen. eine aktive gestaltung der strukturen unserer archive hätte das potenzial einer mitbestimmung an unserer zukunft. dabei soll das opensource archive nicht als alternative für herkömmliche archivierungsstrategien gesehen werden, sondern viel mehr als experiment zur generierung von erkenntnis, um eine solche gestaltung dieser strukturen zu schaffen.​​​​​​​