2021
performance
diploma 2021, academy of fine art munich
performers:
elke haldmaier 
clara hilscher
morgan lespagne
sofia pomeroy fernandez
emmanuelle rizzo​​​​​​​
film: 
director:    dominik bais 
producer:  dominik bais
camera:     justin urbach
                 lili pongratz
editing:      florian duffe

die zwei abgüsse römischer statuen befinden sich seit über 200 jahren in der sammlung der münchner kunstakademie und sind gezeichnet von ikonoklastischen übergriffen. in ihrer fragilen verfassung führen sie die wendungen der geschichte bildhaft vor augen. für die ausstellung wur-den die zwei überlebensgroßen gipsfiguren in aufwendiger feinarbeit aus dem untergeschoss der akademie in den kolosssaal transportiert. einen raum, der eigens für die inszenierung einer ko-losssaalstatue entworfen und gebaut wurde. mit ihrer repräsentativen, aber leer stehenden apsis an der ostseite wird der raum zu einer bühne, auf der die wirk- und handlungskräfte der skulptu-ren in einem spiel zwischen erhöhung und ironisierung befragt werden. in stetig wechselnden konstellationen werden die skulpturen von den performer*innen choreografisch auf den raum bezug nehmend ausgerichtet, wobei sie auf immer wieder neue weise in interaktion mit den besucher*innen treten.          
dem titel der ausstellung „moving monuments“ liegt eine doppelbedeutung inne: dieser beschreibt sowohl eine physisch vollzogene bewegung der skulpturen als auch eine von ihnen ausgehende wirkkraft. ins deutsche als „bewegende skulpturen“ übersetzt, ist damit der einfluss dieser bildwerke auf die rezipient*innen gemeint, der sich sowohl im positiven, etwa einem gefühl von rührung oder stolz, als auch im negativen, etwa einer erniedrigung, äußert. gefühle, die mittels mechanismen hervorgerufen werden, die bewusst in den bildwerken angelegt wurden. mithilfe ihrer körper erforschen fünf zeitgenössische tänzer*innen die zwei gipsabgüssen in sofort- kompositionen durch bewegungssequenzen hervorgehen aus spiegelung, wiederholung oder perspektivwechsel, um möglichkeiten eines ausbruchs und eines unterlaufens der mechanismen zu entwickeln. durch die physische bewegung der statuen sollen „denkbewegungen“ ermöglicht werden, die neue perspektiven auf den umgang mit historischen artefakten und denkmälern zulassen und gängige repräsentationsmodi politischer und bildungspolitischer verhältnisse vor augen führen.